Tom on Mai 23rd, 2008

Für eine Kletterwand war die Aussgangslage denkbar ungeeignet. Im Haus kein Keller oder Dachboden. In der Garage war der Keller als Büro und Lagerraum verplant, der Dachboden nicht isoliert und im Winter somit eiskalt. Blieb also von Anfang an nur der Kellerabgang der Garage. Der war allerdings auch nicht ideal, da mit einer Boulderwand an einer Treppe schon abgerissene Bänder und gebrochene Sprunggelenke vorprogrammiert wären. Also musste es eine gesicherte Kletterwand Marke Eigenbau sein und so habe ich bereits beim Bau der Zwischendecke drei 10 mm Gewindestangen mit angeschweissten Ringen durch die Balkenlage der Zwischendecke verschraubt und gekontert.

Sicherungsringe der Kletterwand

Anfangs hatte ich den Plan, die Klettergriffe mittels Dübel direkt an die Wand zu schrauben. Da das viel zu unflexibel ist und es nahezu unmöglich ist, ausreichende Stabilität in einer Ziegelwand zu bekommen, habe ich es mir anders überlegt und fünf Siebdruckplatten besorgt, wie man sie aus dem Anhängerbau kennt. Diese Platten sind 250 cm x 125 cm groß und haben eine Stärke von 21 mm. Die Platten haben eine glatte und eine raue Seite. In einem Raster von 15 cm habe ich dann Löcher mit 11 mm gebohrt und rund 650 Schlagmuttern eingeschlagen.

Schlagmutter M10 Schlagmutter M10

Als Kletterer schlägt man natürlich die Muttern von der glatten Seite aus ein, damit dann die raue Seite beklettert werden kann. Die Schlagmuttern haben ein M10 Innengewinde, wo man später dann handelsübliche Klettergriffe einschrauben kann.

Jede Siebdruckplatte befestigte ich mit sechs Gewindestangen im Mauerwerk. Zum Anzeichen der Befestigungslöcher muss man die Platten an die Wand halten, was am besten im 3er-Team funktioniert. Die Wand, an der ich die Platten zu befestigen hatte, ist im unteren Bereich betoniert und im oberen Bereich aus Ziegel. Im Betonbereich habe ich gängige Schwerlastdübel und M10 Gewindestangen genommen, wie man sie in jeder Eisenwarenhandlung bekommt.

Schwerlastdübel aus Messing

Für die Ziegelwand mußte es natürlich etwas besseres sein und da die Produkte der Firma TOX wesentlich günstiger waren als die von Fischer oder Hilti, habe ich für diese entschieden. Aus der Produktreihe Schwerlast-Befestigungen/Chemie habe ich mir Dübel des Typs TVM-Z-SH 13×100 empfehlen lassen. Diese werden 13 mm vorgebohrt und eingesteckt, nachdem das Loch ausgeblasen ist. In den Dübel wird dann der Verbundmörtel TVM-STV-K 150 SF mittels einer Silikonspritze eingebracht. Der Verbundmörtel wird im mitgelieferten Spritzenkopf gemischt und zieht im Dübel sehr schnell an. Unbedingt darauf achten, dass erst alle Löcher vorbereitet sind, bevor die Tube geöffnet wird. Auch sollte man sich eine anständige Silikonspritze mit Getriebe besorgen, da die billigen Baumarktspritzen kaum die nötig Kraft aufbringen können.

Verbundmörteldübel TVM-Z-SH 13×100

Durch die Löcher im Dübel dringt der Mörtel ins Mauerwerk ein und verbindet sich bombenfest. Sobald der Kleber im Dübel ist, muss die Gewindestange nachgeschoben werden. Auch wenn pro Packung (ca. 13 Euro) sechs Dübel mitgeliefert werden, habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Kleber bei Ziegel für maximal 4 Dübel reicht. Bei Raumtemperatur können dann bereits nach einer Stunde die Gewindestangen belastet werden. Im Idealfall passen die Gewindestangen in die vorgebohrten Löcher, man steckt eine große Beilagscheibe dazu und schraubt die Mutter auf. Sicherheitshalber habe ich die Mutter erst am nächsten Tag richtig angezogen. Um Verletzungen zu vermeiden sollte man dann noch die überstehenden Gewindestangen mit dem Winkelschleifer abgeflexen und entgraten.

Schraubgriffe in allen Variationen und die passenden Schrauben gibt es bei zahlreichen Händlern im Internet. Dort habe ich übrigens auch die Schlagmuttern bestellt. Je nach gusto können jetzt Griffe geschraubt und zwischen den gebohrten Löchern noch beliebig Spaxgriffe angebracht werden.

Und so sieht es augenblicklich bei mir aus, nachdem ich sieben Routen geschraubt habe. Das Plattenstück an der Decke habe ich übrigens an der Holzkonstruktion der Zwischendecke mit 40 Holzschrauben 5 x 80 befestigt.

Die fertige Kletterwand

7 Responses to “Meine Kletterwand”

  1. Hallo,

    voller Neid und Begeisterung bin ich auf deine Seite gestoßen.
    Ich habe seit einige Zeit ebenfalls die Idee in meinem Kopf an meiner
    Hauwand (7×2m) eine Kletterwand zu errichten. Es wäre allerdings außen.
    Ich würde auch mit Siebdruckplatten 21mm arbeiten, hätte aber Ziegel als Basis. Welche Tipps kannst du mir noch geben? Lohnt sich so eine Kletterwand? Ist es nur eine Spinnerei? Nützt man sie oder wird die Wand schnell langweilig. Es wäre schön, ich von dir ein paar Tipps zum Bau (wenn überhuapt) erhalten könnte. Evtl. Auch wo man preisgünstige Materialien (Griffe &Co) erhält.
    Ich bin in facebook (klemens@klemensgraf.de) und es würde mich freuen von dir zu hören.
    liebe Grüße aus Neumarkt
    Klemens

  2. Generell ist es natürlich so, dass man sich ohne Kletterpartner überwinden muss, etwas zu tun. Hat man jemand, der auch gerne ein wenig trainiert, wird man das Teil mehr nutzen.

    Ziegel als Unterbau ist kein Problem. Du musst eben nur Schwerlastklebedübel verwenden. Bei mir hält es super.

    Die Höhe ist ja schon ganz ordentlich, die Breite ist vielleicht ein wenig eng. Allerdings kann man da mit verschiedenfarbigen Griffen locker 5 oder 6 Touren schrauben. Sicherung ist kein Problem, auch wenn man allein klettert, gibt es da Möglichkeiten. Das ist bei dir dann vielleicht sogar besser zu lösen als bei mir.

    Im Freien ist natürlich auch die Frage zu klären, wie man das Ganze kindersicher macht.

    Griffe findest Du bei EBAY ohne Ende. Bestell ruhig bei verschiedenen Anbietern, dann kriegst Du auch verschiedene Griffe.

    Wenn Du magst, kannst Du auch gerne mal vorbeikommen. Neumarkt ist ja nicht so weit weg.

  3. Hi!!!
    Erstmal DIE SEITE IST SUPER !!!
    Und danke schonmal für die schönen Tipps die hier so stehen.
    Hab da trtzdem noch 2 Fragen, da ich mir auch ne Wand bastel.
    1ste:
    Vielviel Abstand hast du denn zwischen Mauer(Wand) und den Platten???
    Nur den Abstand des hinteren Ringes der Einschlagmuter?

    2te:
    Hast du die Löcher der Einschlagmuttern in der Wand freigebohrt oder reicht das Gewinde in den Einschlagmuttern um die Griffe zu verschrauben???

    Würde mch sehr über eine Rückantwort freuen.
    Danke dafür schon einmal dafür.

    Beste Grüße

    Jan

  4. Bei mir liegen die Platten direkt auf der Wand auf. Ein kleiner Spalt bleibt automatisch. Die Schrauben gehen durch und beim Einschrauben hört man schon mal, wie sich das Gewinde in den Putz bohrt. Es ist auch schwierig, genau die passende Schraubenlänge zu finden. Die Länge des Gewindes in der Mutter reicht auf jeden Fall. Die Einschlagmuttern freizubohren kannst Du vergessen, da wirst Du ja nicht mehr fertig!

    In der nächsten Version würde ich an den Fixierpunkten der Platten noch Schreiben unterlegen. Ideal wäre es wohl, wenn zwischen Platte und Wand 5 bis 10 mm Luft wäre.

    Wenn Du Platz hast solltest du unbedingt auch einen Überhang bauen.

  5. Hi,

    schöne Konstruktion!!

    Was hast du denn für die Platten bezahlt (wenn man fragen darf)?
    Kannst du sie auch für eine Schräge bzw Überhang empfehlen oder sollte man da lieber eine dickere Platte verwenden?
    (Ich frage natürlich, weil ich selber gerade den Bau einer Wand plane – unter einer Betontreppe bis unter die Decke – also nur schräg…)

    VG aus NRW
    Dirk

  6. Meine Platten sind 21 mm stark und die kannst Du auf jeden Fall für den Überhang nehmen. Das Problem dürfte nicht die Platte sein, sondern die Befestigung dieser. Beim mir treten am Dübel ja hauptsächlich Scherkräfte auf, bei Dir sind die Zugkräfte wesentlich größer. Allerdings sollte das bei Beton auch gut zu realisieren sein.

    Zum Preis pro qm kann ich nichts mehr sagen, das ist schon zu lange her und ich hab die von einer befreundeten Schreinerei gekauft.

  7. Servus
    Sieht echt genial aus. Ich wohne in einer WG und wir spielen mit dem Gedanken uns eine Kletterwand für außen zu bauen. Obwohl dein Fred schon etwas älter ist, war das bisher das ansprechendste und vor allem ermutigende was ich im Netz gelesen habe. :-)

    Habe in nem Forum gelesen das Du mit ca. 600- 700 Euro geplant hattest. Denkst Du das kam hin?
    Wir sind alle Studenten und entsprechend knapp bei Kasse.
    Wir würden die Wand an eine Außenwand unseres Hauses bauen. Wie sinnvoll ist es die Siebdruckplatten direkt an die Wand zu schrauben?
    Ich glaube wir haben Sandstein Mauern. Was ja erst mal gegen die Stabilität spricht. Leider sind wir auch keine Bau Studenten :-) Fast nur BWL oder VWL. Ich bilde da die rümliche Außnahme. lol

    Habe ich es richtig verstanden, dass Du fast 700 Schlagmuttern verbaut hast? Die sind dann einfach drin und je nach Lust bzw. Leistungsänderung werden die Griffe gewechselt?!

    Unsere Aussenwand ist ca. 15 Meter hoch. Ich denke eine Breite von zwei Metern würde dabei ausreichen. Evtl. kann man ja gegen Top einen Überhang einbauen. Das wäre ein Schmankerl ;-)

    Die Siebdruckplatten sind ja recht witterungsbeständig. Die sollten doch auch im Aussenbereich einige Jahre halten?!

    Nochmal Respket für das Projekt und ich hoffe Du hast noch Freude daran.
    Herzlicher Gruß
    Sven

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