Wer jemals in Hurghada war und das Hotel auf der Straßenseite verlassen hat, der kennt das Drama mit den Minibusfahrern. Spätestens 20 Sekunden nachdem man die Nase aus der Tür gesteckt hat, hört man die erste Hupe und die zugehörige Frage: „Bus? You need bus?“ Ist man um ersten Mal im Land, findet man es zwei Tage lustig und spätestens ab dem dritten Tag ist man genervt. 2004 haben wir für zwei Wochen im Hilton Ressort gewohnt. Das hat auf der einen Seite der Straße das Haupthaus mit Restaurant und auf der anderen Seite der Straße zusätzliche Bungalows, wo wir unser Zimmer hatten. Also zweimal zum Frühstück, zweimal zum Abendessen Minibusfahrer abwimmeln. Dazu dann noch unzählige Male, wenn man zwischen Strand und Zimmer pendelt.

Ab und zu kommt man aber doch in die Verlegenheit, dass man vom Hotel nach Sakala (Neustadt) oder Dahar (Altstadt) möchte. Wir nehmen dann in der Regel so einen Minibus. Wenn man nur zu zweit oder zu dritt ist, steigt man am besten in einen Bus, in dem schon ein paar Einheimische sind. Man vermeidet dann das typische Gefeilsche und kann für 2 Pfund (1 Euro = 7,5 Pfund) nach Sakala fahren. Möchte man nach Dahar, muss man in Sakala umsteigen und für die Weiterfahrt nochmal so viel zahlen. Man bekommt dann noch eine kleine Stadtrundfahrt, weil die Busse eben die Straßen abfahren, wo die einheimischen Fahrgäste aussteigen wollen. Auch wenn es kreuz und quer durch die Stadt geht, irgendwann landet man aber wieder auf der Hauptstraße und wenn man links McDonalds oder KFC sieht, ist man da. Ist man in einer kleinen Gruppe unterwegs, nimmt man normalerweise einen leeren Bus und dann gehen ziemlich schnell die Verhandlungen um den Fahrpreis los. Die Fahrer haben es sofort im Blick, ob sich jemand auskennt oder ob es sich um Touristen handelt, die zum ersten Mal Bus fahren. In der Regel gehen die Preise bei 30 Pfund pro Person los und am besten man lässt sich auf keine Verhandlungen ein, sondern ignoriert die Forderungen des Fahrers. Auf keine Fall darf man beim Einsteigen zahlen. Auch sollte man keine Geldscheine sichtbar in der Hand haben. Ab 22:00 Uhr für den Heimweg kann man fast ausschließlich nur noch einen Privatbus nehmen, da kaum noch Arbeiter nach Süden wollen. Ein Privatbus hat aber auch den Vorteil, dass man schneller wieder im Hotel ist.

Unsere Taktik ist immer wie folgt: Alle Mann einsteigen, der Zahlende nimmt den Platz hinter dem Fahrer (der Bus hat 5 Sitzreihen) und hat einen 20 Pfundschein in der Hosentasche oder in der geschlossenen Faust (keinen größeren Schein nehmen, wechseln kann der Fahrer grundsätzlich nicht bei Touris). Man sagt beim Einsteigen das Ziel (Sakala oder gleich den Namen des Restaurants) und wendet sich gleich wieder dem Gespräch der Gruppe zu. Normalerweise fährt der Fahrer dann los und lässt einen in Ruhe. Will er trotzdem diskutieren, sagt man nur: „The same prize as every time“ und redet dann wieder mit den Freunden. Am Ziel steigt der Zahler als Letztes aus und drückt dem Fahrer den Schein beim Verlassen in die Hand, sagt „Good bye“ und geht einfach weg. Das geht dann in 95% der Fälle glatt, sollte der Fahrer aber anfangen zu mosern, einfach weitergehen und ignorieren. 20 Pfund ist der allgemeine Tarif für einen „Privatbus“ für alle Mitfahrer von einem Hotel im Süden nach Sakala. Niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, auch wenn es einem der Fahrer einreden möchte. Das ist einfach deren die Taktik.

Seit einem Jahr gibt es auch reguläre Taxen mit Taxameter. Die sind ein wenig teuerer und eigentlich sollte die oben beschriebene Fahrt damit maximal 40 Pfund kosten. Wir haben einmal eines probiert und sind dann gleich auf die Nase gefallen. Der Fahrer wollte dann 130 Pfund von uns, was offensichtlich getärkt war. Wir haben ihm dann 70 in die Hand gedrückt und sind gegangen. Das hat ihm auch genügt und er hat auch keine Diskussion angefangen. Ich habe mich aber mit einigen Tauchlehrern unterhalten, die alle meinten, dass die Taxifahrer normalerweise nicht betrügen und wir wohl in diesem Fall Pech hatten.

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