Tulamben – Tauchterminal Tulamben

Gut getarntes Seepferdchen am Wrack der U.S.A.T. Liberty.Auf dem Weg nach Tulamben hielten wir mehrmals um Fotos von den Reisterrassen zu machen. Beeindruckend auch, wie schnell die Vegetation umschlägt. War zuerst alles durch Regenwald und feuchte Luft geprägt, gab es fünf Kilometer weiter dann plötzlich trockene Sand-/Lavaböden und Kakteen. Zu verdanken ist dieses trockene Klima wohl dem Mount Agung, einem Vulkan, der zuletzt 1964 ausgebrochen ist. Den Gipfel immer ein wenig in den Wolken versteckt, gibt er ein tolles Fotomotiv ab.

Der Mount Agung auf Bali von Tulamben (Osten) aus gesehen

Unser Hotel trug den bezeichnenden Namen Tauchterminal Tulamben, was keinerlei Zweifel ließ, welches Gästeklientel zu erwarten war. Über das Hotel gab es rein gar nichts zu mosern. Von den vier Hotels, die wir in den drei Wochen hatten, war das auf jeden Fall das Schönste. Zwei tolle Pools, schöne Sitzgruppen und eine große Fletzcouch direkt vor der Zimmertür. Die angegliederte Tauchschule machte einen sehr guten Eindruck, allerdings hatten wir ja schon bei Paradise Diving direkt gegenüber gebucht.

Tauchterminal Tulamben

Allerdings hatten wir wohl großes Glück, denn ein kompletter Umbau war gerade erst vorbei. Teilweise wurden Bungalows abgerissen und neu aufgebaut, was sich teilweise wohl extrem verzögerte. In Holidaycheck findet man dementsprechend auch recht böse Einträge. Bei uns wurde nur noch an der Aussenfasade gemauert, was rein gar nicht störte. Im Gegenteil – hinter dem Hotel gab es eine Art Baustellenschreinerei, wo die tollsten Möbel im Straßenschmutz fabriziert wurden. Wir hatten auch die Möglichkeit, so eine handwerkliche Meisterleistung im Hotel zu besichtigen. Mit Schwalbenschwanznut und massiver Rückenwand wurde ein Schrank so gebaut, wie sie bei uns vor 100 Jahren noch gefertigt wurden. Wirklich allererste Güte!

Balinesische Schreinerei im Straßenschmutz

Nach Tulamben kommt man eigentlich nur aus einem Grund. Direkt vor dem Strand liegt das Wrack der U.S.A.T. Liberty. Ein Schiff der USA, das im zweiten Weltkrieg von den Japanern versenkt wurde. Zwischen acht und 30 Meter Tiefe liegt es nun und ist einer der Top-Tauchspots auf Bali. Jeden Tag kommen zahlreiche Minibusse mit Tauchern von der ganzen Insel und wollen das traumhaft bewachsene Wrack betauchen. Als „einheimischer“ Taucher hat man den entscheidenden Vorteil, den großen Gruppen zeitlich aus dem Weg zu gehen. Bereits beim ersten Tauchgang sahen wir Schaukel-, Geisterfetzen– und Anglerfische, Seepferdchen, Langnasenbüschelbarsch und jede Menge Nacktschnecken.

Schaukelfisch am Wrack der U.S.A.T. Liberty.

Seepferdchen am Wrack der U.S.A.T. Liberty.

Das Wrack der U.S.A.T. Liberty

Dazu dann die mystische Stimmung im Wrack – Taucherherz, was willst Du mehr. Die beiden anderen Tauchplätze (Coral Garden und Drop Off) sind übrigens auch zu empfehlen. Immerhin hatten wir dort auch drei Schwarzspitzenriffhaie und einen großen Napoleon.

Wie schon erwähnt, hatten wir das Tauchen bei Paradise Diving vorgebucht. Die Tauchschule befand sich direkt gegenüber und leider kann man dort die Ausrüstung über Nacht nicht einsperren. Gestohlen wurde aber scheinbar bisher noch nie etwas, was damit zusammenhängen mag, dass das Gebäude dem örtlichen „Mafiaboss“ gehört ;-). Freelancertauchguide Wayan war bei unserem Besuch auch nicht sonderlich motiviert, in einem Mail nach dem Urlaub schrieb und Centerinhaber Joe aber, dass er ihm ordentlich den Kopf gewaschen hat und ich denke, für die Zukunft wird er sich wieder mehr anstrengen. Tauchschulen gibt es in Tulamben aber wie Sand am Meer und so ist der Preisdruck recht hoch. Unter den deutschsprachigen Anbietern findet man am besten einen im taucher.net, wobei man dieses Bewertungsforum naturgemäß ein wenig vorsichtig betrachten muss, die hohen Bewertungen sind teilweise wirklich nicht nachvollziehbar. Grund mag auch sein, dass man bei Bewertungen von drei oder weniger Flossen schon eine Faxbestätigung als Absicherung schicken muss. Drei Flossen entspricht immerhin der Schulnote „ausreichend“, für die Macher des Forums anscheinend schon eine schlechte Bewertung. Als Anhaltspunkt sind die Berichte aber sicherlich gut zu gebrauchen.

Essenstechnisch gibt Tulamben weniger her als Candidasa, für ein paar Tage findet man aber sicherlich ein Restaurant, das einem zusagt. Wir waren jeden Abend zusammen mit Claudio und Sandra in einem anderen und sind bei keinem reingefallen. Solche Zwischenfälle sind jedenfalls nicht vorgekommen.

Reisebericht Teil 1 Teil 3

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